Fachgruppe „Altersarmut“

Der Fachgruppe gehören zurzeit insgesamt 13 Personen an. Diese kommen aus allen Hamburger Bezirken und sind vom LSB entsandt, BSB-Mitglieder oder SDV-Vorsitzende.
Wir tagen monatlich, in der Regel 3 Stunden.

Die Altersarmut steigt in Hamburg seit vielen Jahren dramatisch an.
Wir vergleichen die aktuellen Daten unsere Bezirke, werten sie aus und leiten daraus mögliche Handlungsschritte ab.

Beispiel: Grundsicherung im Alter

Anteil der Empfängerinnen von Grundsicherung im Alter (SGB XII) an der Bevölkerung ab 65 Jahren und älter steigt deutlich.
Armut ist nicht nur an Mangel an finanziellen Ressourcen, an gesunder und ausgewogener Ernährung, sondern auch ein Mangel an ausreichender barrierefreier Wohnraumversorgung, an Bildungschancen, an Teilhabe am sozialen, politischen und kulturellen Leben in unser Stadt und nicht zuletzt auch ein erschwerter Zugang zu einer seniorinnengerechten ärztlichen Versorgung.
All das führt außerdem zu vermehrter Einsamkeit im Alter.

Beispiele für Gründe und Ursachen

  • Mangelnde Ausbildung
  • „krumme“ Erwerbsbiografie
  • Wohn- und Lebenssituation
  • Frau sein, (ggf. auch nach Scheidung), Gender Pay Gap
  • Fehlende Kinderbetreuung – kein Job – keine Rente
  • Private Rollenverteilung (Tendenz: Tradwife)
  • Niedrige Löhne für Migrant*innen (aller „Geschlechter“)
  • Niedriglohnsektor = niedrige Rente
  • Hohe Mieten + Inflation
  • Scheu, Leistungen zu beantragen
  • Schulden, Unterhalt

Folgen

  • Soziale Isolation, Einsamkeit
  • Scham
  • Gesellschaft vermittelt das Gefühl „selbst schuld zu sein“
  • Soziale Ausgrenzung (wenig/keine Sozialkontakte, Teilhabe an Bildung, Kultur, Sport, Freizeitaktivitäten)
  • Materielle Armut
  • Kulturelle Armut
  • Bildungsarmut
  • Minderwertige Lebensmittel, Hunger, Gesundheit, Ernährung, höhere Sterblichkeit
  • Prekäre Wohnverhältnisse
  • Fehlende Sicherheit
  • Süchte (Spielsucht etc.)
  • Kein Ersatz für defekte Geräte, Kleidung u. a.
  • Schlechtere Gesundheit / psychische Erkrankungen etc.

Erste Ideen

  • Solidarische Grundrenten
  • Alle bezahlen in die GRV (gesetzliche Rentenversicherung) ein
  • Befristeter Mietstopp bei der Saga
  • Ortszuschlag für Empfänger*innen der Grundsicherung im Alter
  • Minijobs
  • Bürgschaften
  • 29 EUR Deutschland-Ticket für HH
  • Zuzahlungen beim Erwerb von IT-Hardware
  • Unterstützung bei Wohngeldanträgen, einen einfachen Wohngeldantrag für Senior*innen haben wir entwickelt und versuchen, diesen in die Verwaltung zu übergeben.

Wir befassen uns mit dem wichtigen Thema „Altersarmut“ in seiner ganzen Vielfalt und Breite und diskutieren mit fachkundigen Referentinnen und Referenten, um schlussendlich die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorzustellen und den Behörden Anregungen zu geben, die Armutssituation zu reduzieren.
Dies erfolgt im Kontakt mit Gewerkschaften, dem Mieterverein zu Hamburg, Wohlfahrts- und Sozialverbänden, BSBs und SDVs, kirchlichen und anderen Akteuren.
Wenn Sie Anregungen oder Wünsche haben, teilen Sie uns diese gerne mit.


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