Fachgruppe „Gesundheit und Pflege“

Wir als Landes-Seniorenbeirat Hamburg (LSB), Fachgruppe Gesundheit und Pflege, beraten gemeinsam kommunale und regionale Behörden und geben Empfehlungen zu den Themen Altenpflege, Gesundheit, soziale Teilhabe und Mobilität.

Durch Veranstaltungen, Publikationen und gezielte Öffentlichkeitsarbeit stärken wir das Bewusstsein für die Lebenssituation von Seniorinnen und Senioren. Wir machen auf aktuelle Herausforderungen aufmerksam. Dazu zählen die Schließung von Pflegeheimen und Krankenhäusern, der Personalmangel sowie die drohende soziale Isolation. Unser Ziel ist es, Politik und Kassen dazu zu bewegen, die Rahmenbedingungen für ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben im Alter deutlich zu verbessern.

Wir setzen uns dafür ein, dass Hamburg seinen Verpflichtungen aus dem Beitritt zum WHO Netzwerk für altersfreundliche Städte (GNAFCC) seit dem 1. März 2025 nachkommt und diese Leitlinien mit Leben erfüllt. Gemeinsam mit den Seniorenbeiräten in den Bezirken kämpfen wir für konkrete Projekte: von der Förderung sozialer Teilhabe über den Erhalt der häuslichen Pflege im gewohnten Quartier bis hin zum barrierefreien Umbau von Bestandswohnungen mit verlässlichen Mitteln und klaren Fristen. Das ist keinesfalls selbstverständlich. Alte Menschen haben spezifische Bedürfnisse und Anforderungen.

Unsere Schwerpunkte und Aufgaben
In unserer aktuellen Arbeit fokussieren wir uns auf drei zentrale Säulen, die für die Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren entscheidend sind:

  • Pflegekosten und finanzielle Sicherheit:
    Aktuell kostet der Platz in einer stationären Pflegeeinrichtung 3.284 Euro monatlich. Das ist eine Steigerung von 342 Euro gegenüber dem Vorjahr. Bei einer Durchschnittsrente von unter 1.500 € klafft eine monatliche Lücke von über 2.000 €.
    Wer im Alter auf Pflege angewiesen ist, darf nicht zum Sozialfall werden. Altersarmut durch Pflege ist inakzeptabel!
  • Wohnen im Alter – Selbstbestimmung wahren:
    70 Prozent der Menschen wünschen sich, bis zum Lebensende in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Oft genug ist die eigene Wohnung ungeeignet dafür, dass Seniorinnen und Senioren nach einem Klinikaufenthalt oder einer Reha in die eigene Häuslichkeit zurück können. In Hamburg werden viele Anstrengungen unternommen, das Wohnumfeld auch im Bestand barrierefrei zu gestalten. Die Zahl barrierefreier Wohnungen reicht aber hinten und vorne nicht bei einem Anteil der Ü60jährigen von fast 20 Prozent, Tendenz steigend. Eingesperrt in der eigenen Wohnung, weil die Treppe zum Hindernis wird – das ist untragbar!
  • Kultursensible Pflege – Würde kennt keine Grenzen:
    Fast 20 Prozent der Bevölkerung in der Hansestadt haben einen ausländischen Pass. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund ist sogar noch viel höher: 41,2 Prozent. Diese Zahlen zeigen die Bedeutung, die Migrantinnen und Migranten in der Arbeitswelt Hamburgs spielen. Nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben, sind auch diese Menschen vielfach auf Pflege und Betreuung angewiesen. Und sie haben ein Recht darauf, schließlich zahlen auch sie in Hamburg Steuern und Sozialabgaben. Aktuell sind Dienstleister jedoch noch unzureichend im Umgang mit verschiedenen Kulturkreisen geschult – hier besteht dringender Handlungsbedarf!

Ihre Perspektive zählt – Schreiben Sie uns!
Teilen Sie uns Ihre Anregungen, Sorgen oder Best-Practice-Beispiele mit. Nur durch Ihr Feedback können wir Ihre Interessen gezielt und wirkungsvoll vertreten.
E-Mail: lsb@lsb-hamburg.de


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